Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Rottal-Inn

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Landwirtschaftsschülern liegt Biodiversität am Herzen

Eine Herzensangelegenheit ist die Biodiversität für die Studierenden der Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft, Pfarrkirchen. Aus diesem Grund zimmerten sie im Sommersemester 2019 voller Eifer auf dem Betrieb ihres Mitschülers Christoph Hofbauer in Augenthal bei Rotthalmünster Nistkästen für heimische Singvögel.
Der Kesselbauer, so lautet der Hofname, verfügt über eine gut ausgerüstete Werkstatt für alle Arbeitsschritte. Jeder brachte ein paar möglichst ungehobelte Abfallbretter (besser für die Vögel) von Zuhause mit - und los ging es.
Als Vorlage diente eine Bauanleitung des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.), die alles anschaulich beschreibt. Entscheidend beim Bau ist die Vogelart, für die der Nistkasten gedacht sein soll. Entsprechend kann die Größe des Einflugloches zwischen 26 und 45 cm liegen.
Die Kästen fanden anschließend einen Platz in den heimischen Obstbäumen der zukünftigen Landwirte, die aus dem gesamten Landkreis Rottal-Inn und den Nachbarlandkreisen Passau und Dingolfing-Landau stammen.
Tipp für's Aufhängen
Wichtig ist, den Kasten am besten mit dem Einflugloch nach Süd-Ost auszurichten, um es vor der Witterung zu schützen.

Studierende erstellen Informationsweg
Landwirtschaft und Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft

Informationsweg - Landwirtschaft und Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft

Screenshot Internetauftritt

Der Informationsweg informiert über die zeitgemäße landwirtschaftliche Produktion, will Verständnis wecken und zeigen, dass sich Biodiversität und Landwirtschaft nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil: Biodiversität braucht Landwirtschaft. Unsere allseits geschätzte Landschaft ist eine Kulturlandschaft und keine Naturlandschaft. Sie entstand durch die Bewirtschaftung der Flächen, ob als Wiese, Acker oder Wald durch die Arbeit der Landwirte und entwickelte sich entsprechend den wirtschaftlichen Zwängen und Herausforderungen. Die ursprüngliche Vegetation in unserer Region war flächendeckender Laubwald. Ohne landwirtschaftliche Nutzung würde die Artenvielfalt stark zurückgehen, da sich viele Pflanzen und Tiere auf unsere landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft spezialisiert haben. So haben wir das Glück einer großen Vielfalt und Abwechslung an Kulturarten und Lebewesen. 

Schülerprojekt - Interaktiver Informationsweg Gemeinde Bad Birnbach Externer Link

Landwirte engagieren sich über gesetzliche Vorgaben hinaus
898 Einzelmaßnahmen im Landkreis Rottal-Inn

Wiese neben Bach

Im Antragsjahr haben Landwirte 503 Agrarumweltmaßnahmen (AUM)-Anträge mit insgesamt 898 Einzelmaßnahmen gestellt. Diese Betriebe wirtschaften deutlich über den gesetzlichen Vorgaben. Sie leisten dabei einen Beitrag zum Klima-, Boden-, und Gewässerschutz, der Artenvielfalt und zum Erhalt der Kulturlandschaft.  

Eine Übersicht über die wichtigsten beantragten Maßnahmen der Landwirte

  • Als Gewässer- und Erosionsschutzstreifen wurden 116 ha bereitgestellt. Diese Fläche entspricht etwa 163 Fußballfeldern.
  • Gefragt waren Maßnahmen zur:
    • emissionsarmen Gülleausbringung (140 Betriebe)
    • extensiven Grünlandnutzung entlang von Gewässern (99 Betriebe)
    • Umwandlung von Acker in Grünland (70 Betriebe)
    • Mulchsaat zu Reihenkulturen (56 Betriebe)
Die Anzahl der „Öko-Betriebe“ haben sich um 20 Betriebe erhöht, insgesamt wirtschaften 143 Betriebe nach den Kriterien des ökologischen Landbaus.

März 2019
Aktionen zur Biodiversität im Wald

Kinder beim Pflanzen

Die Degernbacher Grundschule pflanzte Wildäpfel, Wildbirnen und Vogelkirschen im Gemeindewald. Die Erstklässler der Grundschule Bad Birnbach setzten Flatterulmen, den Baum des Jahres 2019.  Mehr

Schwerpunkte

Acker und Grünland

Ein Acker dient der direkten Nahrungsmittelerzeugung. Durch die Bewirtschaftungsintensität und den jährlichen Fruchtwechsel sind Äcker sehr dynamische Lebensräume.
Grünland kann nur von pflanzenfressenden Tieren verwertet werden und trägt dadurch auch zur Nahrungsmittelerzeugung bei. Meistens existiert Grünland dort, wo es zu nass, zu trocken, zu steil oder die Bodentiefe nicht ausreichend für eine ackerbauliche Nutzung ist. Grünland ist eine Dauerkultur, die aus mehrjährigen Gräsern und Kräutern besteht.

Bienen und Wildtiere

Bienen sind für die Ökologie und die Ökonomie aufgrund ihrer Bestäubungsleistung von zentraler Bedeutung und stellen vielfältige Ansprüche an ihren Lebensraum. Dies gilt auch für unsere Wildtiere wie Feldhase, Rebhuhn oder Feldlerche.

Wildlebensraumberater für den Landkreis Rottal-Inn - AELF Straubing Externer Link

Besonderheit im Landkreis Rottal-Inn: der Kiebitz

  • Seit 2015 ist der Kiebitz auf der "Roten Liste gefährdeter Vogelarten".
  • Im Landkreis Rottal-Inn ist er zu Hause.

Strukturen in der Kulturlandschaft

Natürliche Strukturen wie Hecken, Feldgehölze, Streuobst und Säume prägen das Landschaftsbild. Sie bieten unseren Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

Artenvielfalt im Garten

Gärten sind nicht nur unser zweites grünes Wohnzimmer, sondern auch ein eigener Mikrokosmos an Vielfalt und Leben. Im Frühjahr lassen sich die Weichen für mehr Artenreichtum im Garten und den Schutz der Bienen, Insekten und Kleintiere stellen.

Sorten und Rassen

Alte Sorten von Kulturpflanzen steigern die pflanzengenetische Vielfalt in der Landwirtschaft. Alte Nutztierrassen bilden einen genetischen Pool für gesunde, robuste Tiere, der in Zukunft für die Tierzüchtung wertvoll sein kann; zudem fördern sie die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna.
LandkreisBetriebeTiereRasse
Rottal-Inn136Murnau-Werdenfelser
  4Pinzgauer
Landshut219Pinzgauer
Deggendorf13Pinzgauer
Freyung-Grafenau13Pinzgauer
317Rotes Höhenvieh
Passau25Murnau-Werdenfelser
17Pinzgauer
Straubing15Pinzgauer
16Rotes Höhenvieh
Dingolfing-Landau115Gelbvieh